Begleitbüro SOUP

Der Künstlergruppe "Begleitbüro SOUP (Stuttgarter Observatorium Urbaner Phänomene)" gehören derzeit an: Ulrich Bernhardt, Mark-Steffen Bremer, Michael Gompf, Kurt Grunow, Andreas Mayer-Brennenstuhl, Karin Rehm, Peter Schmidt und Harry Walter. Die Gruppe hat sich 2009 in der Absicht zusammengefunden, das Geschehen um Stuttgart 21 einer künstlerischen Langzeitbeobachtung zu unterziehen und deren Ergebnisse in Form von Aktionen, Ausstellungen und Publikationen öffentlich zu machen.

 

"Wenn wir als Begleitbüro SOUP gefragt würden, in welchem Sinn wir als Gruppe zusammenarbeiten, könnten wir sinngemäß antworten: weil das die einzigartige Chance bietet, sich "endlich mal" gegenseitig Ideen ausreden zu können. Die Gruppe als Purgatorium. Keine Manifeste mehr, kein gemeinsames Kunstwollen, keine Ideologie des Kollektiven, schon gar keine Weltverbesserung. Das Elend beginnt mit Grundsatzdiskussionen und der Selbsteinpassung in Stereotype. Das Subjekt, auch das geniale, waren schon immer viele...Das "Geniale" hat heute wohl nur noch als das eine Chance, was sich günstigenfalls zwischen den Individuen einstellen kann. Und eigentlich war es nie anders. Davon ausgehend versteht sich Begleitbüro SOUP seit 2009 als Medium oder Angebot, im Nahfeld etwas über die Welt zu erfahren. Initialzündung hierfür waren die zu erwartenden tiefgreifenden Veränderungen im Rahmen des Großprojektes S21 und der politischen Auseinandersetzungen darum. In Aktionen oder Projekten erweitert sich die Gruppe um die daran Interessierten. Wir verstehen unser Vorgehen als eine Art Langzeitintervention im Realen, dessen wesentliche Manifestation aus kollektivem Zeigen und Beobachten besteht. Gegenstand dieses Zeigens oder Beobachtens können sowohl der Aushub auf dem Baugelände sein, als auch die unter dem Tarnnamen "Brasilien" errichtete 1:1 Attrappe des Stuttgarter Hauptbahnhofes auf freiem Feld im 30km entfernten Lauffen während des 2. Weltkriegs." (Text: Harry Walter)

Kunstakademie Esslingen (Aka ES)

Die Kunstakademie Esslingen ist eine freie Kunstschule, deren Anfänge bis in die 60er Jahre zurückreichen. Das Unterrichtsprogramm umfasst ein breites Spektrum von Veranstaltungen und Kursangeboten, die Aspekte der Bildenden Kunst in Praxis und Theorie für alle Interessierten eröffnen. In wechselnden personellen und inhaltlichen Konstellationen tritt die Institution auch als Akteur bei öffentlichen Kunstprojekten und Kunstpräsentationen auf. 

          

Studio: bigger than life

Studio: Bigger than life wurde 1999 zunächst in Form einer Kooperation zwischen Mark-Steffen Bremer, Kurt Grunow und Uli Wegenast gegründet. Ausgangspunkt war eine Recherche nach russischen Zelluloid-Filmen, die 1983 aus dem Meer geborgen und später in einem Museum für Strandgutfunde auf der Insel Texel wieder aufgetaucht sind. Seit 2000 wurde die Fundgeschichte von Mark-Steffen Bremer und Kurt Grunow in vertiefenden Reflexionen im Zusammenhang mit Strandgutsammlern, Kunst, Krieg, Kino, Aspekten der Filmchemie und der Konservierung von Erinnerung in über einem Dutzend Ausstellungen und Präsentationen weiterentwickelt und öffentlich gezeigt. Stets ging es um die Erzeugung maximaler Reflexions- und Bedeutungsdichte bei der Wahrnehmung spezifischer Wirklichkeitsausschnitte.

Studio: Bigger than life "Het volledige museum" Texel, 2006

Oberwelt e.V.

Der unter wechselnden Namen und Organisationsteams seit 1978 bestehende, nicht kommerzielle Ausstellungsraum Oberwelt e.V. in Stuttgart ist ein wichtiger Treffpunkt, Ausstellungs- und Produktionsort für "unkonventionelle Ansätze zeitgenössischer Kunst". 

Zeitungsbild mit dem Team von Oberwelt 1996.

Kulturcafe ProVisorium / Schauraum

Das Kulturcafe ProVisorium in Nürtingen besteht seit 1990. In den Räumen der früheren Stadt-
bibliothek im Stadthallengebäude bot sich die Gelegenheit zur Einrichtung eines selbstorganisierten Cafes mit Veranstaltungsbühne, eines separaten, im Untergeschoss gelegenen Ausstellungs-
raumes ("Schauraum"), sowie weiterer Möglichkeiten zur Entwicklung und Präsentation künstlerischer Arbeiten. Die wechselvolle Geschichte der Kulturinstitution in Selbstinitiative wurde geprägt durch den idealistischen Einsatz zahlreicher Aktiver aus dem Umfeld der Freien Kunstschule Nürtingen. In Verhandlungen mit der Stadt konnte später eine feste Etablierung des 'Kulturvereins Provisorium' in angrenzenden Räumen des inzwischen umgebauten Stadthallenkomplexes erreicht werden. Auch der Schauraum besteht in räumlich erweiterter Form fort.

Kulturcafe Provisorium 1991. Die Wendeltreppe führte hinunter zum damaligen Eingang des Schauraums.

Die Verwandten

Peter Haury, Kurt Grunow und Andreas Staiger firmierten ab 1991 unter dem Namen "Die Verwandten" und realisierten gemeinsam zahlreiche Ausstellungen, Rauminstallationen und Fotoinszenierungen in Stuttgart und Umgebung im thematischen Umfeld der "Institutionskritik". Von 1993-95 bestand die Formation in der Besetzung Peter Haury und Kurt Grunow weiter.