Ein Kenotaph für Wolfgang Frey

Der legendäre Modellbauer Wolfgang Frey arbeitete 30 Jahre lang an einem Modell der Stuttgarter Innenstadt und der Bahnanlagen von bisher nie da gewesener Detailtreue in einem verborgenen Raum eines S-Bahnhofes. Nach dem Tod Freys wurde die im Maßstab 1:160 angelegte und über 200qm große Anlage demontiert und in Herrenberg wieder aufgebaut. An ihrem früheren Standort in Stuttgart blieben zahlreiche Materialien und Relikte zurück. Aus den bislang unsichtbaren Restmaterialien des Unterbaus wurde am Originalstandort eine Skulptur als Scheingrab (Kenotaph) zu Ehren des Modellbauers errichtet.

 

"Der Unterbau" / Ein Kenotaph für Wolfgang Frey 12,85m x 1,95m Diverse Platten und Kanthölzer, 2018. Foto: Josh v. Staudach

 

   

"Der Unterbau" / Ein Kenotaph für Wolfgang Frey 

 

  

"Der Unterbau" Rückseite   Foto: Josh v. Staudach

 

 

"Der Unterbau" Detailaufnahmen    Foto: Josh v. Staudach

 

 

Kenotaph für Wolfgang Frey, Gesamtansicht. Foto: Josh v. Staudach.

 

 

Wolfgang Freys Modellwelt ist auf ein perfektes Abbild der Stuttgarter Stadtumgebung angelegt. Am Originalstandort befinden sich einige aus dem Gesamtzusammenhang der Anlage herausgelöste Fragmente, die in Herrenberg keinen Platz gefunden hatten. Sie wurden von SOUP im aufgefundenen Zustand stabilisiert.

 

 

 

Der erstaunlichste Teil der Modellbahnanlage von Wolfgang Frey war die im Vorraum eingerichtete Steuerzentrale, über die es möglich war, die gesamte Anlage im Nebenraum in Betrieb zu nehmen. Es war eine exakte Replik seines tatsächlichen Arbeitsplatzes im Stellwerk des Stuttgarter Hauptbahnhofes. Bis hin zur Deckenbeleuchtung und den Wandpanelen entsprach dieser Raum -einschließlich seines Funktionsprinzips- genau seinem Original. Dies bedeutete, dass Wolfgang Frey während vieler Jahre zwischen seinem "echten" Arbeitsplatz und einer exakten 1:1 Kopie desselben hin- und herpendelte.